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Der 7 Zylinder Sternmotor    WT 2527-7

Die Motorenbauer vom Modellflugverein Lingenfeld

 

 

Ein Bericht von Reinhard Berzel

Hallo Modellflieger !

Stefan Köhler und ich Reinhard Berzel haben uns ein Projekt vorgenommen, von dem wohl viele Modellbauer träumen. Wir haben uns entschlossen, gleich zwei 7-Zylinder Sternmotoren zu bauen mit einem Hubraum von je 100 ccm.  Nach dem Einlaufen werden die Motoren etwa 7 PS Leistung haben und mit einem Propeller 25 x 10 Zoll betrieben. Die 25 bezieht sich auf 25 Zoll Durchmesser, das sind fast 64 cm, die 10 ist die Steigung in Zoll/Umdrehung. Der Motor wird als Glühzünder betrieben und bekommt einen Ringschalldämpfer den ich gerade konstruiere, denn nur mit einem solchen Schalldämpfer kommt der typische Sternmotoren-Sound zustande.

Der Motor wird gebaut nach einem Bauplan von Wolfgang Trötscher, einem deutschen Ingenieur der in Norwegen lebt und den Motor konstruiert hat. Bevor wir mit dem Bau der Einzelteile begonnen haben wurde natürlich zuerst einmal der 70 seitige Bauplan studiert und eine Materialliste erstellt. Zunächst wurde eine recht lange Einkaufsliste für das Rohmaterial der Dreh- und Frästeile erstellt. Die benötigten Schrauben, Seegerringe, Kugellager und (Ventil) Federn sind die einzigen Teile, die fertig zugekauft wurden. Alle anderen Teile, die zum Bau des Motors notwendig sind, haben wir selbst angefertigt. Auch das Eloxieren der Zylinder in Kobaltblau und Schwarz, sowie das Härten und Brünieren verschiedener Stahlteile wie Stössel oder Kipphebel wurde selbst gemacht.

Stefan hat die kleinere Drehmaschine, eine, wie er sagt, "Taiwan-Hobbydrehe" und eine Fräsmaschine Optimum  F20, die er selbst auf CNC Betrieb umgerüstet hat. Ich habe eine Drehmaschine Emcomat 17D mit Digitalanzeige mit einer Spitzenhöhe 170 mm und einer Spitzenweite von 1000 mm. Meine Fräsmaschine ist eine Deckel FP1 mit einer Digitalanzeige. Ich denke mit solch einem Maschinenpark stand dem Bau der beiden Motoren nichts mehr im Weg.

Bei der Fertigung haben wir uns entschlossen, dass ich die größeren Teile wie das Gehäuse auf meinen Maschinen mache und Stefan die kleineren Teile auf seinen Maschinen. Es kam aber auch vor, dass Teile wie z.B. die Zylinderköpfe von mir vorgefertigt wurden, dann zu Stefan kamen weil die Formen der Kühlrippen so umfangreich waren, dass das nur auf seiner CNC Fräse zu realisieren war. Dann kamen sie wieder zu mir, um die ganzen Bohrungen für die Gaskanäle, Glühkerzen, Ventilsitze, Kipphebelbrücken usw. anzufertigen. Meiner Meinung nach sind die Zylinderköpfe die aufwendigsten Teile des Motors und wir reden hier von 14 Stück für 2 Motoren, das heißt, ich habe mal 20 Rohlinge angefertigt, da ja bei der Fertigung auch mal ein Fehler passieren kann (und passiert ist) und wenn nicht, hat man halt 6 Ersatzköpfe übrig.

Um die Teile anzufertigen haben wir auch jede Menge Vorrichtungen zum Spannen und weiterbearbeiten anfertigen müssen, so z.B. eine Biegevorrichtung für die dünnen Ansaugrohre, die zum Teil aus Edelstahl und Alu sind oder eine Druckkammer um die Zylinderköpfe mit Druckluft abzupressen, um zu sehen ob die  Ventile an der Dichtfläche auch dicht sind, denn ohne Kompression läuft kein Motor. Das sind nur ein paar Beispiele für die vielen Vorrichtungen die wir benötigten, um die Teile anzufertigen.

Also ihr seht, der Bau der Motoren ist echte Teamarbeit.

Die Motoren haben jetzt ( Stand November 2011) einen Fertigungsgrad von ca. 90%. Wir sind sozusagen in den letzen Zügen, aber jeder weiß, dass dann die letzten Kleinigkeiten sich doch ganz schön in die Länge ziehen können. Im nächsten Frühjahr sollen die Motoren dann fertig sein und ihre ersten Umdrehungen auf unserem Modellflugplatz auf dem Prüfstand machen. Vom ersten erfolgreichen Lauf wird es dann ein Video hier auf der Vereins-Homepage geben.

Nach der Fertigstellung der Motoren muss natürlich auch ein passendes Flugzeug her mit offenem Motorspant damit das gute Stück nicht von einer Motorhaube verdeckt wird.

Nach langem suchen haben sich 2 Doppeldecker Modelle herauskristallisiert, eine Udet-Flamingo oder eine Boeing PT 17 Stearman, weil bei den Flugzeugen der Sternmotor ohne Verkleidung angebaut ist.

Wir haben uns dann entschieden, dass es die PT 17 werden soll mit einer Spannweite von ca. 2,5 Meter und einem Gewicht zwischen 15 und 17 kg, die dann als nächstes gebaut werden soll. Wir haben bis jetzt noch keinen passenden Bau-oder Frästeilesatz in dieser Grösse gefunden, deshalb sieht es danach aus als müssten wir den Flieger konventionell bauen. Also alle Teile einzeln nach Plan anfertigen, mit Weißleim kleben, verschleifen...........am ende dann mit Textilfolie bespannen und evt. lackieren. Wenn jemand weiß ob oder wo es einen Bausatz für eine PT17 mit ca. 2,5 Meter Spannweite gibt dann sagt mir bitte Bescheid, ich wäre dankbar für einen Tipp und es würde uns jede Menge Zeitersparnis bringen, denn bei 2 Motoren brauchen wir auch 2 Flieger.

Es bleibt noch viel zu tun..................................

 

Aber jetzt erstmal:               Viel Spass beim Stöbern in der Fotogalerie

                                     

 

PS:  Sollte noch jemand auch so ein Projekt vorhaben, würden wir jederzeit weiterhelfen, auch wenn es kein 7-Zylinder ist.

 

Rechts ist Stefan und links bin ich auf unserem Fluggelände in Lingenfeld

 

Herzliche Grüsse       Reinhard Berzel

 

 

 

 

   

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